In diesem Beitrag erkläre ich dir in 5 Punkten warum gezieltes „Off-Horse-Training“ für dich als Reiter wichtig ist. Mir persönlich ist egal, auf welchem Level und wieviele Jahre du reitest. Hier geht es um Fakten. Ich habe die 5 grössten Mythen im Reitsport herausgesucht die in Bezug zum Fitnesstraining stehen. Ps. wenn du seit Jahren an chronischen Verspannungen und Muskelbeschwerden leidest, dann solltest du dir diesen Beitrag definitiv nicht entgehen lassen.
Reiten ist zwar fordernd und Reiter sind Athleten. Sowieso wenn du Pferde trainierst und an Wettkämpfen teilnimmst. Wer das Gegenteil sagt: sitz selber auf ein Pferd und nimm dir eine Reitstunde. Dennoch ist Reiten kein vollständiges Ganzkörpertraining. Ja, du hast viel Bewegung und es ist auch ein Conditioningtraining. Deine Ausdauer wird erhalten und je nach Training, Disziplin und Pferd auch verbessert. Aber dir fehlt es an gezielten Training deiner Stabilität in spezifischen Positionen genauso wie in full Range of motion Bewegungen. Du hast soviel Potenzial übrig – dein Pferd übrigens auch, denn seine Bewegungen hängen von deinen ab wenn du im Sattel sitzt.
Keine Kraft, keine Kontrolle und um dein Gefühl zu nutzen, brauchst du Kontrolle. Du sitzt im Sattel und willst dein Pferd gefühlvoll arbeiten. Dazu brauchst du Stabilität, sonst kannst du nicht gefühlvoll im Sattel sitzen. Und Stabilität entsteht durch Kraftentwicklung. Krafttraining ist also das Tool um mehr Stabilität aufzubauen, damit du mehr Körperkontrolle bekommst und gefühlvoll(er) reiten kannst. Hier ein Input aus meiner Erfahrung: Druck und Zug in verschiedenen Positionen und auf verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu üben ist sehr hilfreicht. Denn, du kannst nicht immer nur 100% Kraft geben, sondern manchmal solltest du nur 20% geben. Dein Pferd reagiert auf Druck. Nutze ihn korrekt. Aber hierfür brauchst du Körperkontrolle.
Yoga ist eine Methode um deine Achtsamkeit in den Vordergrund zu rücken. Dafür darfst du gerne mal das tradionelle Yoga googeln und wofür es kreiert wurde. Yoga hat nichts mit Krafttraining zu tun. Machst du Krafttraining in einer Yogagruppe, dann ist es Krafttraining mit Yogainputs. Aber nicht Yoga itself. Ein Ausgleichstraining bedeutet, dass du Dinge trainierst, die du für deine Gesundheit, Fitness und Performance im Sattel oder beim Training mit dem Pferd vom Boden, brauchst. Keine Übungen die irgendwie zusammengebastelt wurden. Wenn du aber Ruhe und Fokus brauchst, dann nutze Yoga dafür.
Ich bin kein Fan von statischen Dehnen vor dem Sport. Dynamisch, ja bitte. Was aber wichtig ist, ist, dass du deine Muskeln aktivierst und dafür solltest du nicht passiv in einer Position „hangen“. Du solltest in der Lage sein, dich in dieser Position aktiv zu halten. Vor dem Training willst dein Nervensystem aktivieren, damit deine Muskeln mehr Spannung aufbauen. Deine „readiness“ muss erhöht werden. Denn mit dem Pferd muss deine Reaktionsfähigkeit auch „geweckt“ werden. Aktives dehnen oder auch mobilisieren genannt, ist the way to go um dich vor dem Reiten warm zu machen.
Reitstunden sind da, damit du im Sattel besser wirst und mit deinem Pferd einen Weg findest. Reiten per se ist nicht dein Krafttraining. Es kann durchaus dein Ausdauertraining sein. Mehr dazu liest du aber in einem anderen Artikel über Ausdauertraining für Reiter. Deine Reitstunden sind wichtig, denn hier lernst du das Zusammenspiel mit deinem Pferd. Krafttraining hilft dir, dich in der Reitstunde, beim Wettkampf usw. auf dein Pferd zu konzentrieren. Nicht auf deine Baustellen.
„Are you the guy that helps people move better and feel better or are you the guy that just adds strength to dysfunction?“
Coach michael boyle / strengthcoach.com
Verschleiss passiert durch dysfunktionale, repetitive Bewegungen und dysfunktionale Belastungen. Gelenkschonendes Training ist auch ein *Buzzword* und heisst nicht, dass deine Gelenke nicht belastet werden im Training. Im Gegenteil, deine Gelenke brauchen Last – aber bitte mit Kontrolle – um stärker und resilienter zu werden. Und ja, eine Abnutzung ist doch vorhanden weil wir leben. Verletzungen passieren. Deshalb ist die Pflege deiner Gelenke auch so wichtig, denn unsere Lebenserwartung steigt. Also, gut dosiertes Krafttraining dass deinem IST-Zustand angepasst wird, stärkt deine Gelenke. Beim Reiten bewegst du dich in den immer gleichen Positionen. Im Training wiederum stärkst du spezifische Positionen und nutzt den vollen Bewegungsumfang mit Last wenn möglich, denn du im Sattel eben nicht nutzt.
Hör mal, du musst nicht jeden Tag trainieren und deine Trainings müssen – oder sollten sogar?! – nicht +60 Minuten dauern. Ausserdem gibt es mit den CAR’s simple Übungen, die du tagsüber immer wieder machen kannst. Eine CAR’s Übung dauert 1 Minute. Das absolute „bare minimum“ für die Gesundheit deiner Gelenke. Alles zusammen, wenn du die Übungen kennst, brauchst du 15 Minuten. Dein Pferd wird es dir danken und ich bin zuversichtlich, dass dein Pferdetherapeut einen deutlichen Unterschied in der Muskulatur deines Pferdes sehen wird, wenn du anfängst, dein Training ernst zu nehmen.
Wenn du mit meinem Coachy Membership #strongerequestrians trainierst, dann nimmst du dir ein LIVE Training heraus. Du hast 30 Minuten? Dann machst du 30 Minuten mit und die restlichen 20-40 Minuten hängst du an einem anderen Tag an. Du findest auch kürzere Trainings von 15-30 Minuten. Die sind aber eher für dich, wenn du dein Fundament mit meinem Mobilityprogramm gelegt hast. Oder wenn du in einem Einzeltraining mit mir das „Go“ dazu bekommen hast. Weil, je nach dem wie du körperlich fit bist, macht ein Training eben Sinn oder nicht. Und du und deine Fortschritte sind mir wichtig, deshalb mache ich das Ganze hier auch und deshalb will ich, dass dein Fundament hält.
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